Kora

Kora

Beitragvon Auri » Mo Mär 19, 2012 3:28 pm

Kora wurde vor etwa 20 Lenzen in einem kleinen Lehen im Norden geboren. Ihre Mutter war die Zofe der jungen, zweiten Ehefrau des Freiherren. Ihr Vater… nun sagen wir einfach, dass er kein Interesse an einer weiteren Tochter hatte. Noch dazu eine wie sie, taubstumm, zu Nichts zu gebrauchen, all das bekam sie täglich zu spüren. Sei es als Kind, wenn sie in der Küche helfen sollte und die Köchin sich weigerte ihr zu zeigen, was sie tun sollte oder als Erwachsene, wenn ihr Männer Schimpfwörter an den Kopf warfen für ihren Hochmut nicht auf ihre Worte zu reagieren.
Als ihre Mutter älter wurde, begann sie langsam aber stetig ihren Platz ein zu nehmen, die Freiherrin behandelte sie gut, machte sich sogar die Mühe Gebärden zu lernen, um mit ihr sprechen zu können. Sie schenkte ihr sogar hin und wieder eines ihrer alten Kleider aus denen sie sich dann nach ihrem Geschmack etwas Neues schneiderte. Ihr Leben schien sich nun dem Besseren zu zu wenden bis zu diesem Tag im letzten Jahr als die Herrin den Gedanken äußerte ans Meer zu reisen. Am Anfang klang es nach einer wunderbaren Idee, Kora war noch nie am Meer gewesen, doch als sie eine Weile auf dem Weg waren, tauchten nachts regelmäßig Untote auf, die ihre kleine Gruppe immer mehr schrumpfen ließen. Und Räuber. Und dann waren auf einmal alle fort. Nur noch Kora und eine der anderen Dienerinnen waren noch am Leben, da sie am Fluss ihre Kleider gewaschen hatten als die Räuber kamen. Sie versuchten sich so gut es ging durch die Wälder zurück in ihnen bekanntes Gebiet zu schlagen, allerdings hatte keine von ihnen sonderlich gute Kenntnisse des Landes in dem sie sich befanden. Nach einigen Tagen fanden sie sich morgens am Rande eines Schlachtfeldes wieder, überall lagen die Leichen hauptsächlich grün-weiß gekleidete Krieger, doch auch immer wieder sahen sie andere Waffenröcke, rot und blau, schwarz und rot… Unzählige Farben. Was hier passiert war konnten sie nur erahnen. In der darauf folgenden Nacht kamen erneut Räuber und überfielen ihr notdürftiges Lager. Kora hatte Glück, sie sammelte Feuerholz am Waldrand und sah die fremden Männer im Lager bevor sie gesehen wurde. Sie sah, was die Männer der anderen antaten und floh. Sie rannte so weit sie nur konnte, immer tiefer in den Wald hinein. Doch irgendwann traf sie auf eine Straße und mit dieser auch auf ein Lager am Wegrand. Dort waren viele Menschen, bunt gekleidet, zum Teil bärtige Männer mit Kriegsnarben, doch auch durchaus glücklich wirkende Frauen, die ohne Ketten und ohne Zwang zu kochen und das Lager in Stand zu halten schienen. Sie blieb im Schatten des Waldes stehen und besah sich das ganze für einige Zeit. Die Menschen schienen friedlich miteinander umzugehen, sie sah keine Gefangenen, dafür einige Nicht-Menschen. Sie schienen durchaus gleichberechtigt am Leben im Lager teilzunehmen. Dies gab ihr den entscheidenden Mut, an einem Ort an dem Menschen und Orks einander tolerierten würde man wohl auch ihre Behinderung akzeptieren.
Nun, sie würde es zumindest einmal versuchen…
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