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Ich möchte noch ein paar Worte zu unserem Land verlieren.

Ich komme aus dem kleinen Dorf nördlich des großen Sees in Ostfîn, das zu klein ist, um auf irgendeiner Karte Beachtung zu finden.
Dieser See ist sehr fischreich und ernährt so manche Familie. Die weitaus meisten Leute in unserem Land sind jedoch Bauern, und die Böden sind so gut, dass das Korn meistens für alle ausreicht und sogar noch nach Wesdfîn verkauft werden kann.
Wesdfîn liegt westlich von uns. Dort gibt es einen großen Hafen, wo Schiffe aus aller Welt anlegen und Händler Waren bringen und abholen; schon manch einer hat es dort zu Reichtum gebracht. Direkt am Hafen liegt die befestigte Stadt Nordstâat und auch die Feste Nordvesd.

Südlich von Wesdfîn liegt Mundor, ein Land, dessen Berge reiche Erzvorkommen enthalten, die man hauptsächlich militärisch nutzte. Mundor ist immer kriegerisch gewesen. In ferner Vergangenheit soll es sogar einmal einen Versuch gegeben haben, sich Westfîn anzueignen, der aber nicht von Erfolg gekrönt war.

Im Jahre 1206 kam man dann in Mundor auf die Idee, sich Ostfîn zu holen. Wir waren ein Volk, das hauptsächlich aus Bauern und Fischern bestand, und in Mundor dachte man, dass es einfach sein würde uns zu überrumpeln. Diese Rechnung wurde allerdings ohne unsere westlichen Nachbarn gemacht, die sich mit uns verbündeten und der Armee aus Mundor in den Rücken fielen, als sie durch ihr Land marschierte. Es folgte ein langer, blutiger Krieg, der uns in eine Hungersnot stürzte, da viele Felder zertrampelt wurden und viele Bauern starben. Söldner wurden angeworben. Männer wie auch Frauen folgten dem Ruf, und so kam auch ich zu den „Roten Drachen“, einer Söldnertruppe, die aus Menschen, Orks und Goblins bestand. Angeführt wurden wir von Jengor Svensson, einem erfahrenen Krieger.

Gemeinsam konnte Mundor geschlagen werden, und nun besteht seit ein paar Jahren ein Drei-Länder-Bündnis von dem alle profitieren.

Meine Mutter sagte immer, der Krieg treibe die ehrbaren Leute fort und bringe das Gesindel her. Vielleicht hatte sie recht. Viele Familien waren geflohen und nun plünderten Räuberbanden ihre leerstehenden Häuser und Hütten. Die Straßen waren nicht mehr sicher. Dazu kam, dass seit dem Krieg Untote gesehen wurden. Nicht viele, aber unheimlich ist das natürlich trotzdem.

Unser Land könnte so schön sein. Im Norden das Meer, dann Kornfelder, ausgedehnte Wälder und im Süden die Berge. Was südlich der Berge ist, hat noch kein Mensch erforscht. Vielleicht ist aber auch einfach niemand, der es erforschen wollte, wiedergekommen. Es gehen grausige Gerüchte um über die Dinge, die hinter den Bergen geschehen. Wenn man ihnen Glauben schenkt gehen dort nicht nur furchtbare Monster um, sondern es gibt auch einen Krieg von Orks gegen Dunkelelfen. Es sollen sogar schon Dunkelelfen in meiner Heimat gesehen worden sein, aber ich bin ihnen zum Glück noch nicht begegnet.

Unser Land könnte so schön sein, aber es ist leider ein unsicheres Land. Oft gibt es Streit zwischen den verschiedenen Rassen, da bei uns Menschen, Elfen, Trolle, Orks, Zwerge und Goblins aufeinander treffen. Die meisten gehen sich jedoch aus dem Weg. Lässt du mich in Ruhe, lass ich dich in Ruhe.

Unser Land ist zwar unsicher, aber man muss das Beste daraus machen. Ich will mich nicht beschweren. Für Söldner wie uns gibt es hier noch viel zu holen.

 

geschrieben im Herbst des Jahres 1210 von Kira